Esther Süss gewinnt das Iron Bike Race zum sechsten Mal!

Als einzige Athletin des WHEELER Pro Teams startete Esther nur 1 Woche nach den Strapazen des Perskindol Swiss Epic in Einsiedeln und triumphierte bereits zum sechsten mal.

Gegenüber Martin Platter verrät sie: «Ich hatte nicht ganz frische Beine nach dem Swiss Epic in der Vorwoche. Zudem fuhr Cornelia Hug sehr stark, was mich zuweilen ein bisschen stresste. In der Steigung zur Sattelegg konnte ich sie zwar distanzieren, erwischte dann aber im Euthal keine schnelle Gruppe. Worauf sie wieder bedrohlich näher kam. Nach Unteriberg konnte ich die Sache dann aber klar machen.» 

Hier der Rennbericht von Esther:

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, als ich um 8.20 Uhr ins Rennen des 20. Ironbike Einsiedeln startete.
Auch war es ein spezieller Tag heute, da mein Dädi heute mit 68 Jahren sein erstes MTB Rennen fuhr. Er war bereits 20 Minuten vor mir gestartet und wollte heute die 53km unter die Räder nehmen!! Ich hoffte, er würde Spass haben.
 
Wie immer ging es mehr oder weniger schnell los, auf der Hauptstrasse entlang des Shilsee’s, bevor wir dann links abbogen und nach einigem up and downs in den ersten nicht so langen Aufstieg fuhren hinauf zum Etzel.
Bereits am Start dachte ich mir, dass Hug meine stärkste Gegenerin sein würde und nach dem starken Swiss Epic traute ich ihr alles zu!! Eigentlich wollte ich versuchen bereits am Anfang das Tempo hoch zu halten und zu hoffen, dass sie dabei irgendwann abreisen lassen müsste. Doch leider lief dies schon mal nicht nach  Plan. Irgendwie spielte mein Magen etwas verrückt und ich fühlte mich nicht wirklich zu toll!! Sie biss sich regelrecht an meinem Rad fest ;-) zwischenzeitlich liess ich ihr sogar den Vortritt und ich musste schauen, dass sie mir nicht zu weit wegfuhr. Doch ich liess mich dann trotzdem nicht aus der Ruhe bringen und versuchte mich vor allem auf mein Rennen zu konzentrieren.
So fuhren wir mehr oder weniger gemeinsam (oder gegen einander?) bis Wilerzell und dann hinauf in die Sattelegg! Dazu kam, dass ich heute, einmal mehr „einfach“ fuhr (also vorne nur mit einem Ritzel!) und mich dazu entschieden hatte, mit einem 32er zu fahren (bis jetzt bin ich eigentlich immer mit dem 30er gefahren), das es doch noch entscheidende flache und schnelle Passagen hatte. So war ich etwas im Ungewissen, wie es mir bei den steilen Passagen ergehen würde. Und so eine Passage lag nun vor mir :-o hinauf ins Büel!! Doch genau in diesem Teil konnte ich mich von Hug lösen und einen guten Vorsprung hinausfahren. Ich konnte sogar den ganzen Aufstieg fahren, wau!! Dann runter Richtung Eutal musste wir über diese Holzstämme fahren, die jedes Jahr eine gewisse Herausforderung waren, waren sie doch einfach immer rutschig und nass. Doch heute gelang es mir super gut und ich konnte ohne einmal abzustehen, die ganze Passage meistern. Weiter ging es hinauf zur Weisstannen und dann hinunter nach Studen.
Jetzt kam die Fläche, da wäre es gut in einer Gruppe fahren zu können, wir waren nur zu dritt und so ging es nicht wirklich so schnell vorwärts. Auf diesen 10km verloren wir dann auch ziemlich Zeit und als ich in den Aufstieg hinauf nach Oberiberg fuhr, war Hug fast wieder aufgeschlossen. Ich versuchte mein Tempo im Aufstieg etwas hochzuschrauben, doch mein Bauch war immer noch nicht besser, vor allem konnte ich keine Gels nehmen, das vertrug ich heute einfach nicht. Also gut trinken!! Etwas irritiert war ich als ich in Oberiberg durchfuhr und da niemand stand!! Normalerweise steht Erich immer da!! Also weiter! Immer wieder hoffte ich endlich einen Bidon zu bekommen, denn meiner neigte sich langsam dem Ende zu! Einen Blick nach unten zeigte mir, dass es mir gelungen war,  die Lücke zwischen mir und Hug wieder etwas zu vergrössern. Auch meine beiden Begleiter von der Fläche konnten meinem Tempo nicht mehr folgen. Auch konnte ich zu Fahrer vor mir aufschliessen, mein Tempo war also ganz gut! Dann endlich im Adlerhorst, nach einer kurzen Tragepassage stand Thierry und ich bekam meinen Bidon!! Jetzt ging es etwas flacher weiter bis zur Fuederegg!! Diese Passagen mag ich gar nicht, da habe ich immer das Gefühl, dass ich einfach nicht schnell bin und es kostet mich irgendwie viel Kraft!! Von da ging es dann weitere 4km hoch hinauf zum Spierstock (Bergpreis), dies war mein nächstes Zwischenziel, denn der Weg in Ziel war immer noch weit!
Bergpreis erreicht und gewonnen!!! Jetzt kam meine Angstabfahrt, denn hier hatte ich schon so oft Platten!! Das wollte ich auf keinen Fall riskieren, doch ich wollte auch nicht zu langsam und zögerlich fahren, denn Hug würde sicher einiges riskieren!
Doch heute ging es super bergab und ich konnte wiederum Fahrer aufholen. Auch kam mir die Strecke bis zur Holzegg heute viel kürzer vor, das ständige auf und ab ging super!! Dann die Abfahrt hinunter ins Brunni! Den oberen Teil bin ich gefahren, doch dann kommt ein so verblockter Teil, den bin ich noch immer gelaufen, obwohl ich bin ziemlich sicher, dass er fahrbar wäre, doch mit dem Hardtail und nach 80km wollte ich einfach nichts riskieren! Der letzte Teil war dann wieder gut fahrbar. Inzwischen hatte ich wieder zwei Begleiter ;-)
Zusammen gingen wir in den Aufstieg hinauf nach Bogenfang, der zieht sich so richtig in die Länge, obwohl es sind „nur“ 4km, dann kommt nochmals eine ruppige Abfahrt, doch auch die gelang mir richtig gut und unten angekommen, war ich ganz alleine!! Ich warf einen Blick zurück, konnte aber niemanden sehen! Also machte ich mich alleine auf den Weg, die nächsten knapp 4Kilometer waren flach und ich hätte mir eine „Lok“ gewünscht, die mich über die Fläche ziehen würde. Doch weit und breit lauter nichts!! So blieb mir nichts anderes übrig, als alleine weiterzufahren. Immer wieder einen Blick über meine Schultern, doch „Hilfe“ war nicht in Sicht. In dieser Fläche versuchte ich schnell zu fahren, doch immer so, dass ich hoffentlich noch genügend Power haben würde für den letzten Anstieg!! Dann endlich konnte ich rechts abbiegen und den Aufstieg hinauf zum Strichen in Angriff nehmen.
Dieser Anstieg war wirklich reine Kopfsache und ich wusste von den Jahren zuvor, dass wenn ich glaubte oben zu sein, ich noch nicht oben bin und mit diesem Wissen meisterte ich auch den letzten Anstieg ohne von hinten eingeholt zu werden. Dann endlich die letzen 5km bis in Ziel, das meiste war nun runter!! Dann nochmals etwas flach bis zurück nach Einsiedeln und dann konnte ich als Siegerin über den Klosterplatz und der dem Applaus von unzähligen Zuschauern einfahren!! Das war cool und hat gut getan!!
 
Somit konnte ich meine Saison mit einem Sieg abschliessen, was gibt es schöneres!!

Test Wheeler

   

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